Staudenbeet anlegen. Vermeiden Sie den häufigsten Fehler beim Pflanzen

Sobald die Frühlingssonne lacht, stürmen Millionen Deutsche in die Gartencenter. Die Wagen werden randvoll mit blühenden Stauden geladen, denn man träumt von einem üppigen Blumenbeet, das den ganzen Sommer über in den schönsten Farben erstrahlt. Zu Hause angekommen, werden die Pflanzen liebevoll in die Erde gesetzt.

Doch im Juli folgt oft die bittere Enttäuschung: Der erhoffte „Wow-Effekt“ bleibt aus. Das Beet wirkt chaotisch, extrem unruhig und ist übersät mit kahlen Erdlöchern, aus denen massenhaft Unkraut sprießt. Viele Hobbygärtner zweifeln dann an ihrem grünen Daumen oder machen die Bodenqualität verantwortlich.

Als Landschaftsarchitekt kann ich Ihnen garantieren: Der Boden ist unschuldig! Die meisten Gartenbesitzer leiden unter dem sogenannten „Harlekin-Syndrom“. Sie kaufen völlig falsch ein und pflanzen nach dem denkbar schlechtesten geometrischen Muster.

Ich erkläre Ihnen an einem Praxisbeispiel, warum Sie Pflanzen niemals in einer Reihe setzen dürfen und wie Sie mit der genialen „Dreier-Regel“ der Profis selbst aus einem kleinen Beet ein atemberaubendes, pflegeleichtes Blütenmeer erschaffen.

„Mein Garten sieht aus wie ein bunter Flickenteppich!“

Vergangenen Mai rief mich Frau Müller an. Sie hatte ein großes Beet am Zaun neu angelegt und dafür fast 200 Euro im Baumarkt ausgegeben.

„Ich verstehe das nicht“, klagte sie. „Ich habe so viele verschiedene und teure Pflanzen gekauft. Einen blauen Rittersporn, daneben eine gelbe Sonnenbraut, dann einen rosa Phlox und wieder einen blauen Salbei. Alles schön in einer Reihe mit Abstand gepflanzt. Aber von weitem sieht das Beet einfach nur mickrig und total unordentlich aus.“

Ich sah mir ihr Beet an und erklärte ihr den klassischen Design-Fehler. Sie hatte eingekauft wie eine Sammlerin: Von jeder Sorte nur ein einziges Exemplar. Und sie hatte diese Einzelgänger wie an einer Perlenkette aufgereiht.

Dieses Vorgehen erzeugt das „Harlekin-Syndrom“ (ein bunter, zerrissener Flickenteppich). Das menschliche Auge findet in diesem Chaos keinen Ruhepunkt. Einzelne Pflanzen wirken in der Natur immer schwach und verloren. Zudem bleibt zwischen den einzelnen Pflanzen so viel nackte Erde übrig, dass das Unkraut explodiert.

Die Magie der „Dreier-Regel“ (Gruppenpflanzung)

Die absolute Grundregel jedes professionellen Gartendesigners lautet: Eine Pflanze ist keine Pflanze!

In der Natur wachsen Stauden niemals allein, sondern immer in Horsten (Gruppen). Wenn Sie ein Beet planen, das Kraft, Ruhe und puren Luxus ausstrahlen soll, müssen Sie dieses Verhalten imitieren.

Wenden Sie beim nächsten Einkauf und beim Einpflanzen diese strikten Profi-Regeln an:

  • 1. Kaufen Sie immer in ungeraden Zahlen (Die 3er-Regel)
    Kaufen Sie von einer Pflanzensorte niemals nur ein Exemplar! Kaufen Sie immer mindestens drei, fünf oder sieben Stück derselben Sorte und Farbe (z.B. drei lila Steppensalbei). Ungerade Zahlen wirken für das menschliche Auge deutlich harmonischer und natürlicher als gerade Zahlen (Symmetrie wirkt künstlich).

  • 2. Pflanzen Sie im Dreieck (Niemals in Reihen!)
    Verabschieden Sie sich von der Linie! Setzen Sie die drei gekauften Pflanzen derselben Sorte dicht zusammen in Form eines Dreiecks in die Erde. Dadurch verschmelzen die drei Einzelpflanzen im Sommer optisch zu einem gigantischen, kraftvollen „Farb-Kissen“. Das Auge des Betrachters wird magisch von diesem massiven Farbklecks angezogen.

  • 3. Der Lücken-Schluss (Der Unkraut-Killer)
    Durch die Dreiecks-Pflanzung wachsen die Blätter der Stauden extrem schnell zusammen. Es entsteht ein geschlossener Blätterteppich (Bodenschluss). Die Folge: Das Sonnenlicht erreicht die Erde darunter nicht mehr. Unkrautsamen können im Dunkeln nicht keimen! Sie sparen sich stundenlanges Jäten.

Frau Müller und ich rodeten ihr Beet am nächsten Tag noch einmal komplett. Wir setzten die Einzelpflanzen zu großen Dreier- und Fünfergruppen zusammen.

Als ich sie im Juli besuchte, war das Beet nicht wiederzuerkennen. Statt eines chaotischen Flickenteppichs wogten massive, ruhige Farb-Inseln im Wind. Das Beet wirkte plötzlich doppelt so tief und Frau Müller hatte den Unkrautstecher den ganzen Sommer nicht ein einziges Mal benutzen müssen.

Fahren Sie im Frühling auch oft ins Gartencenter und lassen sich dazu verleiten, von jeder schönen Blume genau ein Exemplar in den Wagen zu legen? Haben Sie Ihre Beete bisher auch ordentlich wie an einer Schnur aufgereiht bepflanzt und sich danach über kahle, unkrautige Lücken geärgert? Brechen Sie mit diesem fatalen Muster! Kaufen Sie weniger Sorten, aber dafür mehr von einer Art. Speichern Sie sich die geniale Dreier-Regel ab und teilen Sie dieses Geheimnis der Landschaftsarchitekten bei WhatsApp oder in Facebook-Foren mit Freunden, die sich ebenfalls nach einem prachtvollen und pflegeleichten Garten sehnen.

Hallo, ich bin Maria! Als Autorin von „Mein Stadtgarten“ und Kopf hinter dem Erfolgsprojekt „GartenFräulein“ lebe ich für nachhaltiges Gärtnern. Mein Praxis-Wissen aus über 10 Jahren und unzähligen Pflanz-Projekten gebe ich hier auf malerharders.de an dich weiter. Egal ob kleiner Balkon oder Stadtgarten – zusammen machen wir es grün! „Trauen Sie sich einfach! Der größte Fehler beim Gärtnern ist es, aus Angst vor dem Scheitern gar nicht erst anzufangen. Jede Pflanze, die Sie selbst ziehen, ist ein kleiner Sieg für die Natur – und für Sie selbst.“ – Maria Hans

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