Sobald Gurken, Tomaten, Erbsen oder Kletterbohnen im späten Frühling ihren Wachstumsschub bekommen, beginnt in deutschen Gärten der Kampf gegen die Schwerkraft. Ohne eine stabile Stütze knicken die Stängel unter dem Gewicht der Früchte ab oder faulen auf der feuchten Erde. Millionen Hobbygärtner eilen dann in den Baumarkt und kaufen teure Rankgitter aus Metall oder unästhetische, neongrüne Plastikstäbe.
Diese industriellen Hilfen sind nicht nur oft wackelig, sie stören auch die natürliche Optik des Gartens enorm.
Als passionierter Upcycling-Gärtner muss ich Ihnen sagen: Lassen Sie das Portemonnaie stecken! Bevor Sie viel Geld für Plastik ausgeben, sollten Sie einen Blick in Ihren Keller oder auf den Sperrmüll werfen.
Ich zeige Ihnen an drei völlig verrückten, aber genialen Alltagsgegenständen, wie Sie aus angeblichem Schrott in wenigen Minuten extrem stabile, kostenlose und absolute Design-Pflanzhilfen für Ihr Beet oder den Balkon basteln.
„Meine Kletterbohnen brechen die dünnen Plastikstäbe durch!“
Im letzten Juni rief mich Herr Wagner an. Er war frustriert über sein Bohnenbeet.
„Ich habe extra diese grünen Spiralstäbe aus dem Gartencenter gekauft“, schimpfte er. „Aber die Pflanzen wachsen so dicht und schwer, dass die Stäbe bei jedem kleinen Windstoß umkippen. Die ganze Konstruktion ist ein Witz. Soll ich jetzt für 50 Euro ein Edelstahl-Gerüst kaufen?“
Ich riet Herrn Wagner von diesem teuren Kauf ab. Wir fuhren stattdessen auf den nächsten Wertstoffhof und holten uns das Material für das stabilste und coolste Bohnenzelt, das seine Nachbarn je gesehen hatten.
Vergessen Sie langweilige Plastikstäbe. Mit diesen drei Alltagsgegenständen bauen Sie smarte Pflanzhilfen, die ewig halten:
1. Das Fahrrad-Zelt (Für Bohnen und Erbsen)
Kletterpflanzen brauchen viel Platz in die Breite. Ein einzelner Stab reicht oft nicht aus.
Das Material: Ein altes, nacktes Fahrradrad (ohne Reifen, nur die Felge mit den Speichen), ein dicker Holzstab (ca. 2 Meter lang) und etwas Juteschnur.
Der DIY-Hack: Schlagen Sie den Holzstab fest in die Mitte Ihres Beetes. Befestigen Sie die Fahrradfelge horizontal (!) wie einen Regenschirm oben auf der Spitze des Stabes (entweder mit einer langen Schraube durch das Nabenloch oder mit Kabelbindern). Binden Sie nun lange Juteschnüre an die Speichen der Felge und spannen Sie diese wie bei einem Tipi-Zelt nach unten auf die Erde, wo Sie sie mit kleinen Heringen feststecken.
Das Ergebnis: Ihre Bohnen klettern an den Schnüren hoch. Es entsteht ein wunderschöner, extrem stabiler grüner Turm, der Ernteplatz auf engstem Raum bietet!
2. Das Regenschirm-Gerüst (Für Gurken und Kletterrosen)
Ein kaputter Regenschirm ist der perfekte Rohling für eine Rankhilfe im Topf auf dem Balkon.
Das Material: Das Metallgestell eines alten Regenschirms (ohne den Stoffbezug!).
Der DIY-Hack: Entfernen Sie den kaputten Stoff mit einer Schere von den Metallstreben. Stecken Sie den Griff des Schirms tief und fest in die Erde Ihres großen Pflanzkübels. Öffnen Sie das Metallgestell (die Speichen) leicht nach oben, wie einen Kelch.
Das Ergebnis: Kletternde Pflanzen (wie kleine Gurken oder rankende Kapuzinerkresse) haben sofort ein vorgefertigtes, kuppelförmiges 3D-Gerüst, an dem sie sich in alle Richtungen festhalten können. Perfekt für kleine Balkone!
3. Der Kleiderbügel-Turm (Für kleine Tomaten)
Drahtkleiderbügel aus der Reinigung landen meist schnell im Müll. Dabei sind sie fantastisch zu formen.
Das Material: Zwei bis drei einfache Drahtkleiderbügel.
Der DIY-Hack: Ziehen Sie die Drahtbügel an der unteren Querstange so weit auseinander, dass sie eine Rauten- oder Kreisform erhalten. Haken Sie den oberen (gebogenen) Teil des einen Bügels in den unteren Teil des nächsten Bügels ein. Drücken Sie die Verbindung mit einer Zange fest zusammen.
Das Ergebnis: Stecken Sie das untere Ende in die Erde. Sie erhalten ein filigranes, aber stabiles Metall-Gitter, das kleine Balkontomaten oder Paprika-Pflanzen perfekt stützt.
Als Herr Wagner sein Fahrrad-Bohnenzelt im Garten aufbaute, lachte seine Frau zuerst. Doch im Hochsommer war die rostige Felge komplett unter sattgrünen Blättern verschwunden und das Zelt stand trotz starker Gewitter bombenfest.
Kaufen Sie im Frühling auch jedes Jahr wackelige Plastikstäbe im Baumarkt, weil Ihre Pflanzen unter dem Gewicht der Früchte drohen umzuknicken? Haben Sie alte Fahrräder oder kaputte Regenschirme im Keller liegen, die Sie demnächst wegwerfen wollen? Stoppen Sie die Verschwendung! Wecken Sie den Upcycling-Gärtner in sich und basteln Sie Ihre Rankhilfen selbst. Speichern Sie sich diese kreativen DIY-Ideen ab und teilen Sie die genialen Baumarkt-Alternativen bei WhatsApp oder in Facebook-Gartenforen mit Freunden, die ihren Pflanzen ebenfalls kostenlosen Halt geben wollen.
