Hochbeet befüllen. So sparen Sie sich das Geld für neue Säcke Erde

Sobald die Gartensaison im März startet, beginnt für Besitzer von Hochbeeten ein teures und extrem anstrengendes Ritual.

Der Blick in den geliebten Holzkasten offenbart oft einen Schock: Die Erde, die im letzten Jahr noch bis unter den Rand reichte, ist über den Winter plötzlich 20 bis 30 Zentimeter tief abgesackt.

Aus Angst, dass die neuen Tomaten oder Karotten nicht genug Platz haben, stürmen Millionen Hobbygärtner in die Baumärkte. Sie wuchten Dutzende schwere Plastiksäcke mit sündhaft teurer Pflanzerde in den Kofferraum, nur um das Beet wieder mühsam bis oben aufzufüllen.

Als Gärtnermeister kann ich Ihnen garantieren: Wer das jedes Jahr macht, verbrennt buchstäblich Hunderte Euro und tut seinen Pflanzen keinen Gefallen! Ich erkläre Ihnen an einem Kundenbeispiel, warum das Absacken kein Fehler, sondern ein Zeichen bester Gesundheit in Ihrem Kasten ist.

Wenn Sie den cleveren „Lasagne-Trick“ aus der Permakultur anwenden, füllen Sie das fehlende Volumen ab heute völlig kostenlos mit Dingen auf, die Sie sonst achtlos in die Biotonne werfen.

„Mein Hochbeet verschluckt jedes Jahr 100 Euro für neue Erde!“

Letzte Woche rief mich Herr Schneider an. Er stand vor seinem großen Hochbeet aus Lärche und hielt sich den Rücken.

„Ich bin es langsam leid“, stöhnte er. „Letztes Jahr habe ich das Beet komplett neu mit teurer Spezial-Hochbeeterde gefüllt. Jetzt ist der Boden fast einen halben Meter in die Tiefe gerutscht! Muss ich jetzt schon wieder 15 Sack neue Erde kaufen und da hochschleppen?“

Ich bat Herrn Schneider, das Portemonnaie stecken zu lassen. Der Schwund im Hochbeet ist reine Physik und Biologie. Ein gut gebautes Hochbeet ist unten mit Ästen, Laub und Kompost gefüllt. Über die Monate zersetzen Bodenbakterien, Pilze und Regenwürmer diese organischen Materialien zu wertvollem Humus. Bei diesem Zersetzungsprozess verliert das Material an Volumen – das Beet sackt ab!

Das ist ein exzellentes Zeichen, denn dieser Prozess erzeugt Wärme (die „Fußbodenheizung“ für das Gemüse) und setzt massenhaft Nährstoffe frei. Wenn Sie nun jedes Jahr einfach nur tote, gekaufte Torf-Erde aus dem Plastiksack oben draufschütten, ersticken Sie diese wertvolle Biologie.

Der Lasagne-Trick: Kostenloses Auffüllen im Frühling

Anstatt das Gartencenter reich zu machen, nutzen wir den ohnehin anfallenden Frühlings-Müll aus Ihrem Garten, um das fehlende Volumen aufzubauen!

Gehen Sie beim Auffüllen des Hochbeets im März oder April streng nach diesem kostenlosen Schicht-System (der Lasagne) vor:

  • 1. Die Basis lockern (Kein Umgraben!)
    Nehmen Sie eine kleine Harke (Grubber) und lockern Sie die tief abgesackte, alte Erde im Hochbeet nur an der Oberfläche leicht auf. Wichtig: Nicht tief umgraben! Das würde die Mikroorganismen und Regenwürmer in der Erde stören.

  • 2. Das kostenlose Füllmaterial (Der Volumen-Booster)
    Jetzt kommt der Trick: Füllen Sie die abgesackte Kuhle nicht mit Erde, sondern mit organischem Gartenabfall! Werfen Sie gehäckselte, dünne Äste vom Frühlingsschnitt, trockenes Laub aus dem letzten Herbst und (falls vorhanden) den ersten angetrockneten Rasenschnitt in einer dicken Schicht auf die alte Erde. Drücken Sie diese Schicht gut fest. Dieser Abfall bringt das verlorene Volumen zurück!

  • 3. Der Nährstoff-Deckel (Das Bett für die Saat)
    Geben Sie nun eine Schicht eigenen, reifen Kompost (ca. 5 bis 10 Zentimeter dick) direkt auf das Gartenabfall-Gemisch. Erst ganz zum Schluss, wenn Sie wirklich winzige Samen (wie Radieschen oder Möhren) aussäen wollen, streuen Sie eine hauchdünne Schicht feine Aussaaterde (das ist der einzige Sack, den Sie vielleicht kaufen müssen) ganz nach oben, damit die feinen Wurzeln Halt finden.

Herr Schneider füllte sein Beet mit dem Schnittgut seiner Sträucher und dem Laub unter der Hecke auf. Er sparte sich den Kauf von 15 Säcken Erde und das schwere Schleppen.

Im Sommer zersetzte sich die neue „Müll-Schicht“ im Inneren rasant, wärmte die Erde von unten auf und versorgte seine neuen Tomatenpflanzen mit frischem, kostenlosem Stickstoff.

Ärgern Sie sich im Frühling auch jedes Jahr über den „Schwund“ in Ihrem Hochbeet und den damit verbundenen tiefen Griff in den Geldbeutel? Schleppen Sie auch fluchend schwere Plastiksäcke mit Pflanzerde durch den Garten, nur um den Rand wieder zu erreichen? Machen Sie Schluss mit der teuren Verschwendung! Füttern Sie das Bodenleben mit kostenlosem Material. Speichern Sie sich diesen simplen Schicht-Aufbau ab und teilen Sie den geldsparenden Hochbeet-Hack bei WhatsApp oder in Facebook-Foren mit Freunden, die sich in diesem Jahr ebenfalls unnötige Ausgaben ersparen wollen.

Hallo, ich bin Maria! Als Autorin von „Mein Stadtgarten“ und Kopf hinter dem Erfolgsprojekt „GartenFräulein“ lebe ich für nachhaltiges Gärtnern. Mein Praxis-Wissen aus über 10 Jahren und unzähligen Pflanz-Projekten gebe ich hier auf malerharders.de an dich weiter. Egal ob kleiner Balkon oder Stadtgarten – zusammen machen wir es grün! „Trauen Sie sich einfach! Der größte Fehler beim Gärtnern ist es, aus Angst vor dem Scheitern gar nicht erst anzufangen. Jede Pflanze, die Sie selbst ziehen, ist ein kleiner Sieg für die Natur – und für Sie selbst.“ – Maria Hans

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