Es ist eine Nachricht, die bei vielen Gartenliebhabern im Ruhrgebiet für Wehmut sorgt: Ein traditionelles Gartencenter in Unna schließt nach fast 70 Jahren für immer seine Pforten. Dieses Schicksal teilen derzeit viele familiengeführte Baumschulen in ganz Deutschland.
Sie können dem extremen Preisdruck der großen Bau- und Supermärkte, die im Frühling Pflanzen zu Dumpingpreisen auf den Parkplätzen verschleudern, oft nicht mehr standhalten. Doch dieser Wandel hat für Hobbygärtner einen extrem hohen, unsichtbaren Preis.
Wer beim Pflanzenkauf nur auf das günstigste Angebot schielt, erlebt im Hochsommer meist sein blaues Wunder.
Die billige „Turbo-Ware“ vertrocknet, blüht nicht oder geht bei der ersten Hitzewelle komplett ein. Ähnlich wie das Team vom Michael Christian Malerfachbetrieb im Bereich Ökologisches Wohnen stets auf lösungsmittelfreie und nachhaltige Materialien hinweist, gilt auch im Garten: Qualität entscheidet über Leben und Tod!
Ich zeige Ihnen heute mit drei Profi-Garten-Lifehacks, wie Sie im Handel die Spreu vom Weizen trennen und Pflanzen kaufen, die Ihren Garten für Jahre verzaubern.
„Meine Baumarkt-Rosen waren nach vier Wochen braun!“
Vergangenen Mai rief mich Frau Lehmann an. Sie hatte auf dem Parkplatz eines Discounters günstig vier Rosenstöcke für ihren Vorgarten gekauft.
„Ich habe sie sofort eingepflanzt und jeden Tag gegossen“, klagte sie mir am Telefon. „Aber sie sind keinen Millimeter gewachsen. Jetzt hängen die Blätter schlapp herunter und die wenigen Knospen sind einfach abgefallen. Der Nachbar hat seine Rosen aus der alten Baumschule geholt, die blühen wie verrückt. Habe ich den falschen Boden?“
Ich sah mir die toten Rosen an und zog eine aus der Erde. Frau Lehmann hatte nicht den falschen Boden, sie hatte die falsche Qualität gekauft.
Die Pflanzen aus dem Discounter werden oft in riesigen Gewächshäusern im Süden Europas unter künstlichen Turbo-Bedingungen herangezogen. Sie stehen in reinem, nährstofflosem Torf, werden künstlich bewässert und kennen weder Wind noch echtes Sonnenlicht. Wenn diese verwöhnten „Gewächshaus-Diven“ dann in den rauen deutschen Gartenboden gesetzt werden, erleiden sie einen absoluten Klima- und Wurzel-Schock.
Garten-Lifehacks vom Profi: So erkennen Sie Qualität
Wer Nachhaltigkeit und Wohngesundheit im Haus lebt (beispielsweise durch den Einsatz von Naturfarben oder Lehmputz), sollte diese Philosophie auch bei Pflanzen anwenden.
Wenn Sie das nächste Mal in einem Gartencenter oder Baumarkt stehen, kaufen Sie niemals blind! Testen Sie jede Pflanze mit diesen drei simplen Methoden:
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1. Der Wurzel-Zieh-Test (Das wichtigste Geheimnis)
Die Blätter können durch Dünger geboostet sein, die Wahrheit liegt in der Erde!
Der Profi-Hack: Fassen Sie die Pflanze am Stamm und ziehen Sie sie (vorsichtig!) ein Stück aus dem Plastiktopf. Sehen Sie einen festen, dunkelbraunen Ballen mit vielen weißen, feinen Wurzeln, die die Erde festhalten? Kaufen! Sehen Sie aber nur einen dichten, verfilzten Ring aus Wurzeln (Wurzelring) oder bröselt Ihnen trockener, heller Torf entgegen? Finger weg! Die Pflanze ist überlagert oder mangelernährt. -
2. Der „Streichel“-Test (Windresistenz prüfen)
Gewächshaus-Pflanzen aus dem Discounter wachsen ohne Wind auf. Ihre Stiele sind oft weich und spargelig.
Der Profi-Hack: Streichen Sie sanft, aber bestimmt mit der flachen Hand über die Pflanze (z.B. bei Tomaten oder Stauden). Fällt sie sofort auseinander oder biegen sich die Stängel schwach nach unten? Nicht kaufen! Suchen Sie nach Pflanzen, die gedrungen, buschig und kompakt gewachsen sind. Diese haben bereits echten Wind gespürt (Abhärtung) und knicken im Garten nicht beim ersten Sturm ab. -
3. Klima-Siegel und Regionalität (Der CO2-neutrale Kauf)
Pflanzen, die tausende Kilometer im dunklen LKW transportiert wurden, sind ökologisch und biologisch gestresst.
Der Profi-Hack: Achten Sie auf Siegel, die ähnlich streng sind wie „Der Blaue Engel“ bei Farben. Achten Sie auf „Bioland„, „Demeter“ oder fragen Sie gezielt nach Pflanzen, die regional in Deutschland im Freiland gezogen wurden (Baumschul-Qualität). Diese Pflanzen sind an unser Klima gewöhnt und wachsen im heimischen Beet sofort und ohne Schock weiter.
Frau Lehmann tauschte ihre toten Discounter-Pflanzen gegen kräftige, regional gezogene Rosen aus einem Fachbetrieb aus. Der Unterschied war gigantisch: Die neuen Pflanzen wuchsen sofort an, strotzten vor Gesundheit und verwandelten den Vorgarten in ein langanhaltendes Blütenmeer.
Lassen Sie sich im Frühling beim Einkaufen auf Supermarkt-Parkplätzen auch oft von billigen, blühenden Pflanzen verführen? Haben Sie sich auch schon gewundert, warum diese Pflanzen in Ihrem eigenen Garten nach wenigen Wochen plötzlich verkümmern? Setzen Sie auf Qualität statt Quantität! Wenden Sie beim nächsten Einkauf den Wurzel-Zieh-Test an. Speichern Sie sich diese Einkaufs-Tipps ab und teilen Sie die Warnung vor der „Turbo-Ware“ bei WhatsApp oder in Facebook-Gartenforen mit Freunden, die sich in diesem Jahr Frust beim Einpflanzen ersparen wollen.
