Pflegeleichte Pflanzen. Die 6 Garten-Wunder, die Arbeit hassen

Es ist der Traum eines jeden Hausbesitzers: Man sitzt an einem heißen Juli-Wochenende entspannt mit einem kalten Getränk auf der Terrasse und blickt auf ein wogendes, buntes Blütenmeer.

Die Realität sieht jedoch meist anders aus. Die englischen Rosen müssen gespritzt werden, der Buchsbaum wird von Raupen zerfressen, das Unkraut wuchert und abends muss man stundenlang mit dem schweren Schlauch gießen, damit die teuren Stauden nicht vertrocknen.

Wer sich im Gartencenter nur von großen Blüten blenden lässt, wird oft schnell zum Sklaven seines eigenen Grundstücks.

Als Landschaftsarchitekt zeige ich Ihnen den Ausweg aus der Garten-Falle! Das Motto für den modernen, heißen Sommer lautet: „Nur die Harten kommen in den Garten“.

Ich zeige Ihnen heute die absolute Elite der Überlebenskünstler. Diese sechs völlig anspruchslosen Stauden und Gehölze weigern sich fast schon zu sterben, verzeihen wochenlange Gieß-Pausen und wachsen selbst bei Garten-Anfängern zu prächtigen Giganten heran – völlig ohne Schnitt und Chemie!

„Mein Garten ist nur noch Stress, wenn ich aus dem Urlaub komme!“

Letzten Sommer rief mich Frau Lehmann an. Sie kam nach zwei Wochen Urlaub aus Italien zurück und ihr Vorgarten war ein Schlachtfeld.

„Die Hortensien sind verdurstet, der Rittersporn ist abgeknickt und die Rosen haben Läuse“, klagte sie. „Ich will am Wochenende im Garten entspannen und nicht ständig Gärtner spielen. Gibt es keine Pflanzen, die einfach mal in Ruhe wachsen, ohne dass ich sie dauernd betüddeln muss?“

Ich erklärte Frau Lehmann, dass sie die falschen, weil zu pflegeintensiven Pflanzen (sogenannte „Diven“) gepflanzt hatte. Wer einen Garten ohne Arbeit will, muss auf Pflanzen setzen, die in der Natur auf kargen Böden, bei Wind und starker Hitze überleben müssen.

Tauschen Sie Ihre Diven gegen diese 6 „Faulenzer-Pflanzen“ aus. Einmal eingegraben, können Sie den Gießautomaten und die Gartenschere buchstäblich im Schuppen lassen.

Die Top 3 Stauden: Blühen ohne Wasser

Diese drei Stauden wuchern nicht unkontrolliert, sie müssen nicht ständig beschnitten werden und (das ist das Wichtigste) sie überaltern nicht. Sie können sie jahrelang am selben Platz stehen lassen!

  • 1. Der Steppen-Salbei (Salvia nemorosa): Der lila Hitze-Krieger
    Vergessen Sie durstigen Rittersporn! Der Steppen-Salbei liebt die pralle Sonne. Er ist absolut anspruchslos und wächst selbst auf trockenen, sandigen Böden. Wenn die Sonne im Juli am härtesten knallt, explodiert er in einem dichten, violetten Blütenmeer und lockt hunderte Bienen an. (Einzige Regel: Keine Nässe im Winter!).

  • 2. Die Taglilie (Hemerocallis): Der unsterbliche Dauerblüher
    Der Name ist Programm: Jede einzelne Blüte blüht zwar nur für exakt einen Tag, aber die Pflanze schiebt den ganzen Sommer über pausenlos massenhaft neue Knospen nach. Ob pralle Sonne oder Halbschatten – die Taglilie passt sich an, speichert Wasser in ihren dicken Wurzeln und übersteht wochenlange Dürre. Einmal im Frühjahr etwas Dünger, das wars!

  • 3. Der Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum): Der Unkraut-Killer
    Haben Sie dunkle, knochentrockene Plätze unter alten Bäumen? Dort wächst normalerweise gar nichts. Der Balkan-Storchschnabel liebt genau das! Er bildet extrem schnell einen dichten, teppichartigen Wuchs (Bodenschluss). Wo er wächst, hat Unkraut keine Chance mehr. Sie müssen an diesen Stellen nie wieder Unkraut zupfen.

Die Top 3 Gehölze: Wachsen ohne Heckenschere

Vergessen Sie Pflanzen, die Sie jedes Jahr millimetergenau beschneiden müssen. Diese drei Sträucher pflanzen Sie ein – und lassen sie einfach in Ruhe alt werden. Keine Krankheiten, kein Verdursten.

  • 1. Der Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii): Der Magnet
    Dieser zwei bis drei Meter hohe Strauch liebt karge Böden und knallige Sonne. Von Juni bis Oktober schiebt er gigantische Blütenrispen in Lila, Weiß oder Pink in die Luft, die Schmetterlinge magisch anziehen. Der Clou: Er blüht am sogenannten „einjährigen Holz“. Das bedeutet, Sie können ihn im zeitigen Frühjahr (März) einfach völlig brutal und ohne Fachwissen auf Kniehöhe absägen – er wächst in einem Jahr wieder komplett hoch und blüht zuverlässig!

  • 2. Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii): Das 4-Jahreszeiten-Wunder
    Ein Großstrauch (bis 6 Meter), dem Ihr Boden völlig egal ist (ob feucht oder kalkhaltig). Er braucht keinen Formschnitt. Das Highlight: Im April blüht er in einer riesigen, weißen Wolke. Im Juli liefert er Ihnen extrem leckere, kleine essbare Beeren. Und im Herbst leuchtet er so stark feuerrot, dass Ihre Nachbarn neidisch über den Zaun blicken werden.

  • 3. Der Liguster (Ligustrum vulgare): Die kugelsichere Hecke
    Egal ob Sonne, Schatten, extreme Trockenheit oder sogar mal eine Überschwemmung im Garten – der heimische Liguster zickt niemals. Er wächst auf jedem Boden und behält im milden Winter sogar seine Blätter (immergrün). Sie können ihn frei als großen Busch wachsen lassen oder ihn (wenn Sie doch mal Lust auf Arbeit haben) als absolut blickdichte Hecke schneiden.

Frau Lehmann tauschte ihre vertrockneten Hortensien im Vorgarten gegen Steppen-Salbei und Taglilien aus. An die Grundstücksgrenze pflanzte sie eine Felsenbirne. Im nächsten Sommer fuhr sie beruhigt drei Wochen in den Urlaub. Als sie zurückkehrte, strahlte ihr Garten in sattem Lila und Gelb. „Es ist ein Wunder“, sagte sie lachend. „Je weniger ich im Garten mache, desto schöner sieht er aus!“

Quälen Sie sich an heißen Sommertagen auch stundenlang mit der Gießkanne durch den Garten und ärgern sich über kränkliche, pflegeintensive Luxus-Pflanzen? Haben Sie am Wochenende lieber einen guten Buch in der Hand statt einer Gartenschere? Machen Sie sich das Leben leicht und entlassen Sie die Diven aus Ihren Beeten! Setzen Sie auf die eisernen Überlebenskünstler der Natur. Speichern Sie sich diese 6 Einkaufs-Tipps für den nächsten Gartencenter-Besuch ab und teilen Sie den Faulenzer-Hack bei WhatsApp oder in Facebook-Foren mit Freunden, die ihren Garten ebenfalls als Erholungsort und nicht als Arbeitsplatz nutzen wollen.

Hallo, ich bin Maria! Als Autorin von „Mein Stadtgarten“ und Kopf hinter dem Erfolgsprojekt „GartenFräulein“ lebe ich für nachhaltiges Gärtnern. Mein Praxis-Wissen aus über 10 Jahren und unzähligen Pflanz-Projekten gebe ich hier auf malerharders.de an dich weiter. Egal ob kleiner Balkon oder Stadtgarten – zusammen machen wir es grün! „Trauen Sie sich einfach! Der größte Fehler beim Gärtnern ist es, aus Angst vor dem Scheitern gar nicht erst anzufangen. Jede Pflanze, die Sie selbst ziehen, ist ein kleiner Sieg für die Natur – und für Sie selbst.“ – Maria Hans

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert