Ob zum Muttertag, zum runden Geburtstag der besten Freundin oder als romantische Überraschung zum Hochzeitstag: Wenn die Liebsten Hunderte Kilometer entfernt wohnen, ist der Online-Blumenversand oft die letzte Rettung.
Mit wenigen Klicks hat man auf den Webseiten der großen Anbieter einen atemberaubenden Strauß für 40 oder 50 Euro bestellt. Doch was am Wunschtag beim Empfänger ankommt, gleicht nicht selten einem Trauerspiel.
Statt des prächtigen Bouquets aus dem Katalog wird ein zerbeulter Pappkarton per Paketdienst geliefert. Darin liegen welke, abgeknickte Blumen in einer Plastikfolie, die nach zwei Tagen in der Vase endgültig den Kopf hängen lassen.
Das Geschenk wird zur peinlichen Enttäuschung. Als Floristik-Experte habe ich die großen deutschen Versand-Netzwerke analysiert. Ich erkläre Ihnen heute, warum Sie bei der Bestellung extrem auf das Kleingedruckte achten müssen. Mit diesen drei goldenen Regeln für den Blumenversand stellen Sie sicher, dass Ihre Überraschung frisch, prachtvoll und genau wie auf dem Foto übergeben wird.
„Meine Mutter bekam einen Karton mit welken Rosen!“
Letzte Woche rief mich Herr Wagner an. Er war wütend auf einen bekannten Online-Blumenhändler.
„Ich habe meiner Mutter zum 70. Geburtstag einen Premium-Rosenstrauß nach München bestellt“, erzählte er mir. „Ich dachte, da klingelt ein Bote mit einem gebundenen Strauß. Stattdessen hat der DHL-Bote einen braunen Karton abgegeben. Die Rosen waren nicht einmal aufgeblüht, die Blätter hingen schlaff herunter und meine Mutter musste den Strauß selbst anschneiden und arrangieren. Für 60 Euro ist das eine Frechheit!“
Herr Wagner war in die klassische Falle des Blumenversands getappt. Er kannte den extrem wichtigen Unterschied zwischen einem „Postversand“ und einer echten „Floristen-Lieferung“ nicht.
Wenn Sie online Blumen bestellen, müssen Sie zwingend darauf achten, wie das Unternehmen den Strauß transportiert!
Der System-Check: So kommt Ihr Geschenk wirklich an
Wenn Sie das nächste Mal Blumen quer durch Deutschland verschicken, prüfen Sie vor dem „Kaufen“-Klick diese drei entscheidenden Punkte auf der Webseite:
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1. Floristen-Netzwerk vs. Post-Karton (Das Liefergeheimnis)
Es gibt zwei völlig unterschiedliche Wege, wie ein Strauß den Empfänger erreicht.
Der Postversand (z.B. Blume2000, Bloom&Wild): Der Strauß wird zentral gebunden, in eine Pappschachtel gelegt und oft über Nacht mit DHL oder DPD verschickt. Das ist günstiger, aber die Blumen leiden! Sie liegen im dunklen Karton, der oft im kalten oder heißen Postauto durchgeschüttelt wird. Sie kommen leicht gestresst an.
Die Floristen-Lieferung (z.B. Fleurop, Euroflorist): Das ist die Premium-Variante! Sie bestellen online, aber der Auftrag wird an ein echtes Blumengeschäft direkt in der Stadt des Empfängers weitergeleitet. Ein lokaler Florist bindet den Strauß frisch am selben Morgen und ein Bote überreicht ihn persönlich – gebunden, prachtvoll und völlig ohne Pappkarton! Das kostet meist ein paar Euro Liefergebühr mehr, ist aber für Geburtstage die einzig würdevolle Wahl. -
2. Die Frische-Pad-Falle (Die Wasserversorgung)
Wenn Sie sich dennoch für den günstigeren Postversand im Karton entscheiden, prüfen Sie zwingend die Wasserversorgung!
Der Profi-Tipp: Gute Anbieter umwickeln die Stiele für die 24-stündige Reise mit einem sogenannten „Frische-Pad“ (einem feuchten Vlies) oder stellen den Strauß in eine spezielle Freshbag (eine kleine Tüte mit Wasser). Bestellen Sie niemals bei Shops, die die Blumen völlig trocken auf die Reise schicken! Diese erholen sich vom Transport-Schock fast nie wieder. -
3. Der Knospen-Trick (Warum geschlossene Blumen besser sind)
Wenn Sie bei Anbietern wie Bloom&Wild bestellen, werben diese oft damit, dass die Blumen noch komplett geschlossen sind. Herr Wagner hielt das für einen Fehler, doch es ist ein Qualitätsmerkmal!
Der Profi-Tipp: Blumen, die im Karton verschickt werden, dürfen nicht voll aufgeblüht sein, sonst brechen die empfindlichen Blütenblätter beim Transport sofort ab. Geschlossene Knospen (z.B. bei Pfingstrosen oder Lilien) wirken beim Auspacken zwar kurzzeitig etwas „mickrig“, aber sie entfalten in der warmen Wohnung innerhalb von 24 Stunden ihre volle Pracht und halten in der Vase oft eine ganze Woche länger als bereits geöffnete Blüten!
Herr Wagner weiß nun Bescheid. Für den nächsten Muttertag bestellte er über ein Floristen-Netzwerk. Der Auftrag ging an einen Blumenladen nur drei Straßen von seiner Mutter entfernt. Am Sonntagmorgen klingelte ein Bote und überreichte einen gigantischen, nassen, meisterhaft gebundenen Strauß persönlich an der Haustür – die Überraschung war perfekt.
Ärgern Sie sich auch immer wieder über kaputte, welke Blumen, wenn Sie Freunden oder der Familie zum Geburtstag aus der Ferne eine Freude machen wollen? Haben Sie bisher auch blind auf den „Bestellen“-Knopf gedrückt, ohne auf die Liefermethode zu achten? Retten Sie Ihr Geld und die Überraschung! Unterscheiden Sie zwischen Postversand und lokaler Handwerkskunst. Speichern Sie sich diesen Liefer-Check ab und teilen Sie die Wahrheit über den Blumenversand bei WhatsApp oder in Facebook-Foren mit Freunden, die beim nächsten Feiertag ebenfalls das perfekte Geschenk verschicken wollen.