Sobald im Frühling die Unkräuter in den Beeten sprießen, greifen Millionen deutsche Gartenbesitzer zu ihrer vermeintlich besten Waffe. Es geht in den nächsten Baumarkt (wie Obi, Bauhaus oder Hornbach), wo säckeweise dunkler, gut riechender Rindenmulch gekauft wird.
Tonnen dieses Holzes werden dann zentimeterdick um Rosen, Gemüsepflanzen und edle Stauden verteilt, um das lästige Unkraut zu ersticken und den Boden feucht zu halten. Doch wenige Wochen später folgt oft das böse Erwachen.
Das Unkraut ist zwar weg, aber auch die teuren Blumen sehen plötzlich erbärmlich aus. Die Blätter färben sich blassgelb, die Pflanzen stellen das Wachstum komplett ein und kümmern vor sich hin. Die Besitzer gießen und düngen verzweifelt, ohne zu wissen, dass sie die Ursache selbst im Garten verteilt haben.
Als Experte für Bodenbiologie warne ich Sie eindringlich: Rindenmulch ist für die meisten Pflanzen ein absolutes Gift! Ich erkläre Ihnen an der Chemie des Bodens, warum das dunkle Holz Ihre Blumen buchstäblich ersticken lässt und mit welchen drei völlig kostenlosen Abfällen aus Ihrem eigenen Garten Sie Ihre Beete gesund und unkrautfrei halten.
„Meine teuren Rosen sind nach dem Mulchen ganz gelb geworden!“
Im vergangenen Juni wurde ich von Frau Seidel gerufen. Sie hatte im Vorgarten ein wunderschönes, neues Rosen- und Staudenbeet angelegt. „Ich wollte mir das Unkrautjäten ersparen“, erklärte sie mir. „Deshalb habe ich im April alles fünf Zentimeter dick mit extra teurem, feinem Rindenmulch aus dem Gartencenter abgedeckt. Aber jetzt wächst hier nichts mehr. Die Rosenblätter sind gelb und fallen ab.“
Ich schob den feuchten Mulch beiseite und betrachtete die Erde darunter. Ich musste ihr erklären, dass sie ihre Pflanzen unwissentlich auf eine brutale Diät gesetzt hatte.
Rindenmulch besteht fast immer aus der zerkleinerten Rinde von Nadelbäumen (Kiefer, Fichte). Wenn dieses extrem grobe, kohlenstoffreiche Holz auf der Erde liegt, stürzen sich die Bodenbakterien darauf, um es zu zersetzen. Für diesen Zersetzungsprozess benötigen die Bakterien jedoch gigantische Mengen an Stickstoff. Da im Holz selbst kein Stickstoff ist, saugen die Bakterien den gesamten Stickstoff brutal aus dem Gartenboden!
Das Resultat ist eine sogenannte Stickstoffsperre. Den Wurzeln der Rosen oder Stauden bleibt nichts mehr übrig – sie verhungern innerlich und die Blätter werden gelb. Zudem spült der Regen extrem saure Gerbstoffe aus der Nadelholzrinde in den Boden. Die meisten Blumen (die Kalk lieben) hassen dieses saure Milieu.
(Hinweis: Rindenmulch eignet sich fast AUSSCHLIESSLICH unter Wegen oder unter robusten Säureliebhabern wie Rhododendren, Heidelbeeren oder großen Hecken! Niemals im Gemüsebeet oder bei feinen Stauden!)
Die 3 perfekten Bio-Alternativen (Die null Euro kosten!)
Frau Seidel war entsetzt, dass sie so viel Geld für die Zerstörung ihres Beetes ausgegeben hatte. Wir kratzten den Rindenmulch sofort ab und nutzen stattdessen das Prinzip der Permakultur.
Der beste Mulch der Welt wächst in Ihrem eigenen Garten und kostet keinen Cent. Er schützt vor Unkraut, hält das Wasser im Sommer im Boden und wirkt beim Verrotten als fantastischer Turbo-Dünger!
Nutzen Sie ab sofort nur noch diese drei Alternativen:
| Das organische Material | Die Anwendung im Garten | Warum dieser Mulch Ihre Pflanzen rettet |
| 1. Angetrockneter Rasenschnitt | Verteilen Sie das gemähte Gras in einer dünnen Schicht (max. 2 bis 3 cm) zwischen Gemüsepflanzen (Tomaten, Zucchini) und Stauden. | Die Stickstoff-Bombe! Rasen enthält extrem viel Stickstoff und Kalium. Er verrottet schnell und gibt die Nährstoffe sofort als besten Dünger an die Pflanzenwurzeln weiter. Der Boden trocknet im Sommer nicht aus. |
| 2. Herbstlaub (Die braune Decke) | Kehren Sie im Herbst das Laub nicht in die Biotonne, sondern werfen Sie es unter Ihre Büsche und Sträucher. | Der natürlichste Humus-Lieferant der Welt. Er zersetzt sich langsam, lockt Regenwürmer an (die den Boden kostenlos tiefgründig auflockern) und schützt vor Frost. |
| 3. Holzhackschnitzel (Keine Rinde!) | Wenn es holzig aussehen soll: Kaufen Sie keine „Rinde“, sondern echtes Häckselgut aus reinem Holz (oder häckseln Sie Ihren eigenen Strauchschnitt). | Reines Holz zersetzt sich deutlich langsamer als Rinde, zieht weniger Stickstoff aus dem Boden und säuert die Erde nicht so extrem ab. |
(Zusatz-Tipp: Wenn Sie Rasenschnitt verwenden, lassen Sie ihn nach dem Mähen erst einen Tag in der Sonne leicht anwelken. Werfen Sie niemals dicke, nasse Gras-Berge auf das Beet, da diese sofort anfangen zu schimmeln und faulig zu stinken!)
Als ich Frau Seidels Rosenbeet einige Wochen später sah, hatten sich die Pflanzen sichtbar erholt. Der dünne Rasenschnitt auf der Erde hatte Feuchtigkeit gespendet und beim Verrotten neue Nährstoffe geliefert. Die Blätter waren wieder saftig grün.
Geben Sie im Frühling auch regelmäßig viel Geld im Baumarkt für große Säcke mit Rindenmulch aus, um sich die Gartenarbeit zu erleichtern? Haben Sie sich schon oft gewundert, warum Ihre Gemüsepflanzen oder feinen Stauden danach plötzliche Mangelerscheinungen zeigen und nicht mehr wachsen wollen? Stoppen Sie die Stickstoffsperre in Ihren Beeten! Nutzen Sie die natürlichen Abfälle Ihres eigenen Gartens. Speichern Sie sich diese Mulch-Alternativen ab und teilen Sie das ökologische Geheimnis bei WhatsApp oder in Facebook-Gartenforen mit Ihren Freunden, die ebenfalls gesündere und unkrautfreie Beete wollen.
