Sobald der Winter vorbei ist und die Sonne auf die Terrassen und Wege scheint, zeigt sich ein hartnäckiges Problem. Die Fugen der Pflastersteine und große Teile des feuchten Rasens sind von einem dichten, grünen Moos-Teppich überzogen.
Das feuchte Wetter der letzten Monate hat dem Moos ideale Wachstumsbedingungen geboten. In ihrer Not stürmen viele Hausbesitzer nun in die Gartencenter und kaufen teure Moosvernichter, die meist auf starkem Eisensulfat basieren.
Als Gärtnermeister warne ich Sie vor diesem Schritt. Dieses chemische Mittel ist nicht nur hochgiftig für Igel, Katzen und Hunde, es hinterlässt auch unauslöschliche, rostige braune Flecken auf Ihren teuren Terrassensteinen. Ich erkläre Ihnen an einem Praxisbeispiel, warum Sie das Problem völlig kostenlos und ungefährlich lösen können.
Wenn Sie das nächste Mal das trübe Wasser nach dem Kochen in der Küche nicht achtlos in den Abfluss schütten, haben Sie das perfekte, biologische Wundermittel gegen Moos bereits in der Hand.
„Unser Hund hat das Moos-Gift gefressen!“
Letzten April rief mich Frau Müller in Panik an. Sie hatte einen chemischen Moosvernichter (Eisensulfat) auf ihrem Rasen und den Terrassenfugen verteilt. Kurz darauf sah sie, wie ihr kleiner Hund intensiv an dem behandelten Gras schnüffelte und daran leckte.
„Ich habe sofort den Tierarzt angerufen“, erzählte sie mir zitternd. Zum Glück war nichts Schlimmeres passiert, aber der Schreck saß tief. Zudem zeigten ihre hellen Betonplatten auf der Terrasse nun hässliche, rostige Spuren, wo das Eisensulfat mit Feuchtigkeit reagiert hatte.
Ich beruhigte Frau Müller und zeigte ihr, wie wir das restliche Moos in den Fugen bekämpfen würden, ohne auch nur ein einziges Tier zu gefährden.
Das Stärke-Geheimnis: Wasser aus dem Kochtopf
Ich bat Frau Müller, am nächsten Tag Kartoffeln zu kochen und mir das Wasser aufzuheben.
„Sie wollen das Moos kochen?“, fragte sie ungläubig.
„Nein“, lachte ich. „Wir nutzen die Physik der Stärke, nicht die Temperatur. Das Wasser muss sogar abkühlen, bevor wir es verwenden.“
Wenn Sie Kartoffeln, Nudeln oder Reis kochen, gibt das Lebensmittel extrem viel natürliche Stärke an das Kochwasser ab. Das Wasser wird dadurch trüb. Genau diese Stärke ist unser biologisches Gift für das Moos.
Moos ist eine sehr einfache Pflanze ohne echte Wurzeln. Es nimmt Wasser und Nährstoffe direkt über seine mikroskopisch kleinen, grünen Blättchen aus der Luft auf.
So wenden Sie das Küchen-Wasser richtig an:
Lassen Sie das ungesalzene (!) Kochwasser abkühlen und füllen Sie es in eine Gießkanne. Gießen Sie es direkt über das Moos in den Fugen oder auf dem Rasen.
Die physikalische Wirkung: Das stärkehaltige Wasser legt sich wie ein extrem feiner Klebstoff über die weichen Moos-Pflänzchen. Wenn die Stärke in der Frühlingssonne trocknet, verschließt sie die Poren des Mooses komplett. Die Pflanze erstickt buchstäblich und vertrocknet innerhalb weniger Tage. Danach können Sie das braune, tote Moos ganz einfach mit einem Besen aus den Fugen kehren oder mit dem Rechen vom Rasen ziehen.
Zwei weitere Hausmittel-Hacks aus der Küche
Wenn Sie gerade keine Kartoffeln kochen, bietet Ihre Speisekammer noch zwei weitere, völlig ungefährliche und wirksame Alternativen:
| Das Hausmittel | Die Anwendung im Garten | Warum es das Moos vernichtet |
| Ungesalzenes Kartoffelwasser | Abkühlen lassen und direkt über das Moos gießen. | Die Stärke verklebt die Poren des Mooses mechanisch, es vertrocknet. |
| Klassische Cola | Pur, direkt aus der Flasche (auch abgelaufene Cola) auf Moos in harten Steinfugen gießen. | Cola enthält Phosphorsäure. Diese Säure greift die Zellwände des Mooses an, das Moos stirbt ab. (Zusatz-Effekt: Verhindert sofortigen Neu-Wuchs!). |
| Holzasche aus dem Kamin | Im Frühling eine dünne Schicht Asche auf den vermoosten Rasen streuen. | Asche ist extrem kalkhaltig (alkalisch). Moos liebt jedoch saure Böden. Die Asche verändert den pH-Wert so drastisch, dass das Moos den Rückzug antritt, während das Gras den Kalium-Dünger liebt. |
Kaufen Sie im Frühling auch jedes Jahr teure Moosvernichter und ärgern sich über rostige Flecken auf Ihrer Terrasse? Haben Sie bei der Anwendung von Chemie im Garten auch immer ein ungutes Gefühl wegen spielender Kinder oder Haustiere? Schütten Sie Ihr Kochwasser ab heute nicht mehr in die Spüle! Speichern Sie sich diese Tabelle ab und nutzen Sie die clevere Physik der Natur. Teilen Sie diesen kostenlosen Haushalts-Trick bei WhatsApp oder in Facebook-Foren mit Freunden, die ihre Fugen und Rasenflächen ebenfalls biologisch reinigen wollen.