Rasen abschaffen. 3 blühende Bodendecker, die Sie nie wieder mähen

Er ist das unangefochtene Heiligtum der deutschen Vorgärten: Der millimetergenau geschnittene, sattgrüne Zierrasen. Doch spätestens im Hochsommer verwandelt sich der Stolz der Gartenbesitzer in eine absolute Tortur.

Die immer heißeren Dürreperioden verbrennen das flach wurzelnde Gras innerhalb weniger Wochen zu einer knisternden, gelben Stroh-Wüste. Um das zu verhindern, werden hunderte Liter teures Trinkwasser verschwendet.

Und wer es schafft, sein Grün am Leben zu erhalten, wird mit der ewigen Strafarbeit des wöchentlichen Rasenmähens belohnt. Als Landschaftsarchitekt sehe ich, wie immer mehr Hausbesitzer zu Sklaven ihrer eigenen Wiese werden.

Dabei ist ein Rasen (sofern dort nicht täglich Kinder Fußball spielen) ökologisch gesehen eine sterile „grüne Wüste“. Ich zeige Ihnen heute den ultimativen Befreiungsschlag für Ihre Wochenenden! Ich erkläre Ihnen, warum das grüne Gras ausgedient hat und mit welchen drei extrem flachen, kriechenden Wunder-Stauden Sie sich einen weichen, betretbaren Teppich pflanzen, der monatelang blüht, Insekten rettet und niemals einen Rasenmäher sehen wird.

„Mein Rasen verbrennt jeden Juli zu gelbem Stroh!“

Letzten August rief mich Herr Becker an. Er saß völlig erschöpft auf seiner Terrasse und starrte auf eine riesige, braune Steppe.

„Ich habe es aufgegeben“, sagte er resigniert. „Ich habe jeden Abend den Sprenger laufen lassen, aber die Wasserrechnung ist förmlich explodiert und das Gras ist trotzdem verbrannt. Ich überlege ernsthaft, alles mit Schotter zuzuschütten, damit ich endlich Ruhe vor diesem Pflege-Terror habe.“

Ich hielt ihn sofort von dieser ökologischen Katastrophe ab. „Schotter heizt Ihren Garten nur noch mehr auf“, erklärte ich ihm. „Das Problem ist nicht der Garten, das Problem ist das falsche Grünzeug.“

Die Lösung der modernen Gartengestaltung sind tief wurzelnde, extrem flache Bodendecker. Sie bilden einen dichten Teppich, der die Erde im Sommer kühlt, das Unkraut zu 100 Prozent erstickt und das Beste: Diese Pflanzen wachsen nur wenige Zentimeter hoch!

Der grüne Teppich: Die 3 besten Rasen-Alternativen

Wir rissen Herrn Beckers verbrannten Rasen großzügig auf und pflanzten Alternativen, über die er hin und wieder spazieren konnte, ohne einen einzigen Tropfen Wasser zu verschwenden.

Verabschieden Sie sich vom Mähen und pflanzen Sie stattdessen diese drei genialen Teppich-Wunder:

  • 1. Für die volle Sonne: Der Sand-Thymian (Thymus serpyllum)
    Wenn Ihre Fläche in der prallen Hitze brät, ist dieser flache Thymian Ihr Retter.
    Die Superkraft: Er ist extrem dürreresistent. Er wächst kriechend dicht über dem Boden und verträgt es problemlos, wenn man hin und wieder darüberläuft. Der absolute Wahnsinn folgt im Frühsommer: Der gesamte Teppich überzieht sich mit tausenden lila-pinken Blüten! Wenn Sie über den Thymian spazieren, steigt ein wunderbar mediterraner, würziger Duft in die Nase. Sie müssen diese Fläche im Sommer fast nie gießen.

  • 2. Für die pure Romantik: Die Römische Kamille (Chamaemelum nobile ‚Treneague‘)
    In englischen Gärten ist der „Chamomile Lawn“ (Kamillen-Rasen) ein uralter Luxus-Trend.
    Die Superkraft: Wählen Sie zwingend die Sorte ‚Treneague‘ (sie blüht nicht, sondern bildet nur grüne, extrem dichte, weiche Polster). Das farnartige Laub sieht aus wie feinster Luxus-Rasen. Wenn Sie (am besten barfuß) über diesen Rasen gehen, verströmen die kleinen Blätter einen unglaublich beruhigenden, süßlichen Apfelduft im ganzen Garten.

  • 3. Der Rasen-Zwilling: Das Sternmoos (Sagina subulata)
    Wenn Sie die exakte, samtweiche Optik eines englischen Golfrasens suchen, aber das Mähen hassen.
    Die Superkraft: Sternmoos ist gar kein Moos, sondern eine winterharte Staude! Es liebt eher halbschattige, leicht feuchte Böden. Es bildet einen unglaublich dichten, smaragdgrünen Polsterteppich, der sich weich wie Samt anfühlt. Im Sommer sprießen unzählige winzige weiße Blütensterne aus dem Polster, die den Teppich aussehen lassen, als hätte es leicht geschneit.

Herr Becker tauschte seinen gelben Rasen gegen eine wilde Mischung aus Thymian und Römischer Kamille. Im darauffolgenden, brütend heißen Juli blieb sein Vorgarten wogend lila und sattgrün. „Ich habe den Gartenschlauch den ganzen Sommer nicht angerührt“, schwärmte er mir vor. Und den ohrenbetäubenden Rasenmäher hatte er längst verkauft.

Ärgern Sie sich in den immer heißer werdenden Sommern auch über gelbe, knisternde Rasenflächen, die Sie trotz Unmengen an Wasser nicht retten können? Opfern Sie am Wochenende auch wertvolle Freizeit, um pflichtbewusst den dröhnenden Mäher über die trockene Wiese zu schieben? Brechen Sie mit der veralteten Rasen-Tradition! Verkleinern Sie das grüne Problem drastisch und pflanzen Sie stattdessen duftende Teppiche, die mit der Hitze arbeiten. Speichern Sie sich diese drei Alternativen für die Umgestaltung ab und teilen Sie den „Faulenzer-Hack“ bei WhatsApp oder in Facebook-Foren mit Freunden, die sich ebenfalls mehr Entspannung und weniger Strafarbeit im Garten wünschen.

Hallo, ich bin Maria! Als Autorin von „Mein Stadtgarten“ und Kopf hinter dem Erfolgsprojekt „GartenFräulein“ lebe ich für nachhaltiges Gärtnern. Mein Praxis-Wissen aus über 10 Jahren und unzähligen Pflanz-Projekten gebe ich hier auf malerharders.de an dich weiter. Egal ob kleiner Balkon oder Stadtgarten – zusammen machen wir es grün! „Trauen Sie sich einfach! Der größte Fehler beim Gärtnern ist es, aus Angst vor dem Scheitern gar nicht erst anzufangen. Jede Pflanze, die Sie selbst ziehen, ist ein kleiner Sieg für die Natur – und für Sie selbst.“ – Maria Hans