Es ist der Traum eines jeden Hausbesitzers: Ein Garten, der den ganzen Sommer über in den schönsten Farben leuchtet. Doch die klimatische Realität in Deutschland verwandelt diesen Traum im Juli und August oft in einen harten Vollzeitjob.
Wenn die Temperaturen wochenlang über 30 Grad klettern, brennt die Sonne die Beete gnadenlos aus. Teure Hortensien, Rittersporn oder klassische Sommerblumen lassen sofort die Köpfe hängen. Wer jetzt nicht jeden Abend mit dem Wasserschlauch im Garten steht, blickt nach dem Sommerurlaub auf ein trauriges Feld aus braunem Trocken-Gestrüpp.
Zudem lässt das tägliche Bewässern die Wasserrechnung regelrecht explodieren. Als Gärtnermeister zeige ich Ihnen heute, wie Sie diesen fatalen Pflege-Stress schon im April im Keim ersticken! Hören Sie auf, durstige „Diven“ in Ihre Beete zu pflanzen.
Ich präsentiere Ihnen drei absolute Überlebenskünstler aus dem Samen-Regal. Wenn Sie diese Samen Ende April einfach in die Erde werfen, können Sie die Gießkanne für den Rest des Jahres getrost im Schuppen stehen lassen.
„Meine teuren Sommerblumen sind nach dem Urlaub alle vertrocknet!“
Letzten September rief mich Frau Lehmann an. Sie hatte im Frühjahr Hunderte Euro im Gartencenter für blühende Stauden ausgegeben.
„Es war ein Desaster“, klagte sie mir am Telefon. „Wir waren im August nur zehn Tage auf Mallorca. Ich hatte meine Nachbarin gebeten zu gießen, aber es war einfach zu heiß. Als wir zurückkamen, waren alle Blumenbeete komplett verbrannt. Nichts hat überlebt. Muss ich meinen Garten jetzt komplett betonieren?“
Ich konnte Frau Lehmann beruhigen. Sie hatte schlichtweg Blumen gepflanzt, die in unserem neuen, heißen Sommerklima nicht mehr überleben können, ohne täglich an der Wasser-Infusion zu hängen.
Die Lösung ist so günstig wie simpel: Wir müssen Pflanzen aussäen, die in der Wüste oder auf trockenen Steppen heimisch sind. Ende April (wenn der Boden schon leicht aufgewärmt ist) ist der exakte Zeitpunkt, um das Saatgut dieser „Hitze-Krieger“ einfach direkt ins Freiland-Beet zu streuen!
Die Wüsten-Blumen: 3 Samen für den Dauer-Sommer
Kaufen Sie für wenige Euro Saatgut-Tütchen im Baumarkt und werfen Sie diese drei Blumen-Wunder in Ihre trockensten, sonnigsten Beete:
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1. Das Schmuckkörbchen (Cosmea bipinnata): Die unzerstörbare Schönheit
Diese Blume sieht extrem zart und zerbrechlich aus, ist aber hart wie Stahl!
Die Superkraft: Sie bildet eine lange Pfahlwurzel und holt sich Wasser aus der Tiefe. Je trockener und heißer der Sommer ist, desto mehr rosafarbene und weiße Blüten produziert sie! Ein fetter, nasser Boden würde sie sogar umbringen. Werfen Sie die Samen Ende April auf die trockene Erde und drücken Sie sie leicht an. Ab Juli haben Sie bis zum ersten Frost ein brusthohes, pflegefreies Blütenmeer, das Schmetterlinge magisch anzieht. -
2. Der Goldmohn (Eschscholzia californica): Das kalifornische Feuer
Wie der Name verrät, wächst diese Pflanze in den heißen, steinigen Canyons von Kalifornien.
Die Superkraft: Er liebt die extremsten Bedingungen. Trockene Hitze, pralle Mittagssonne, sandiger Boden? Perfekt! Der Goldmohn überzieht den Boden mit feinem, bläulich-grünem Laub und abertausenden leuchtend orangen oder gelben Blüten. Er wächst sogar in Schottergärten oder zwischen Gehwegplatten! Er samt sich im Herbst selbst aus und kommt jedes Jahr völlig ohne Ihre Hilfe wieder. -
3. Die Ringelblume (Calendula officinalis): Der eiserne Klassiker
Unsere Großmütter wussten genau, warum die Ringelblume in keinem Bauerngarten fehlen durfte.
Die Superkraft: Diese Blume ist im wahrsten Sinne des Wortes „unkaputtbar“. Streuen Sie den Samen in die trockensten Lücken Ihres Gartens. Sie keimt rasend schnell, bildet tiefe Wurzeln und verträgt Dürre spielend. Ihre leuchtend gelben und orangen Blüten strahlen den ganzen Sommer. Der absolute Profi-Hack: Ihre Wurzeln vertreiben auf natürliche Weise Schädlinge (Nematoden) aus der Erde – sie ist der perfekte, pflegefreie Nachbar für Ihre Tomatenpflanzen!
Frau Lehmann kaufte sich im nächsten April für knapp 10 Euro das Saatgut dieser drei Überlebenskünstler und streute es in ihre Beete. Als die nächste Hitzewelle im August über Deutschland rollte und ihre Nachbarn abends stundenlang den Rasensprenger laufen ließen, saß Frau Lehmann entspannt auf der Terrasse. Ihre Beete glichen einem farbenfrohen, mannshohen Feuerwerk – und sie hatte den Gartenschlauch nicht ein einziges Mal angerührt.
Verzweifeln Sie im Sommer auch regelmäßig an trockenen Beeten und hängenden Blumenköpfen, die nach Unmengen an teurem Wasser schreien? Haben Sie aus Frust nach dem Urlaub auch schon oft braune Gerippe aus der Erde gezogen und viel Geld für neue Pflanzen verbrannt? Sparen Sie sich das Geld und die anstrengende Gieß-Arbeit! Setzen Sie von vornherein auf Pflanzen, die den Klimawandel lieben. Speichern Sie sich diese Saatgut-Liste für Ihren Baumarkt-Besuch Ende April ab und teilen Sie den genialen „Faulenzer-Trick“ bei WhatsApp oder in Facebook-Foren mit all Ihren Freunden, die im Sommer ihren Garten lieber genießen statt ihn zu gießen.