Hallo und herzlich willkommen, liebe Gartenfreunde! Es ist mir eine Freude, Sie hier zu begrüßen. Lassen Sie uns direkt Tacheles reden: Viele glauben, man müsse ein Igelhaus aufstellen, wenn die Blätter fallen. Das ist ein Irrglaube, der Igeln das Leben kosten kann. Gerade jetzt, im Mai, suchen trächtige Igelweibchen verzweifelt nach sicheren Wurfplätzen für den Sommer. Wenn wir jetzt handeln, retten wir die nächste Generation.
Warum das ‚Igelhaus aufstellen‘ im Mai über Leben und Tod entscheidet
Ich verstehe Ihre Skepsis. Wir verbinden das Igelhaus instinktiv mit dem Winterschlaf. Aber der Mai ist biologisch gesehen der vielleicht kritischste Monat im Igeljahr. Die Igel sind längst aus dem Winterschlaf erwacht und haben sich im April gepaart.
Jetzt beginnt die heiße Phase: Die Tragzeit (Schwangerschaft) bei Igeln dauert etwa 35 Tage. Ein Weibchen, das sich Anfang Mai gepaart hat, sucht Ende Mai oder Anfang Juni händeringend nach einem trockenen, sicheren Ort für die Geburt ihrer 4 bis 7 Jungen. Wenn Sie jetzt ein Igelhaus aufstellen, bieten Sie keine Schlafhöhle an, sondern eine dringend benötigte Wochenstube.
Ein weiterer, trauriger Faktor macht den Mai so wichtig: Die Gartensaison ist in vollem Gange. Mähroboter (z.B. von Gardena oder Husqvarna) sind nun täglich im Einsatz und stellen eine tödliche Gefahr für Igel dar, die keine sicheren Rückzugsorte haben. Ein stabiles Haus ist ihre Festung.
Fakten-Check: Das richtige Material und der ideale Standort
Ein Igel gräbt sich keine eigenen Baue; er ist auf vorhandene Strukturen angewiesen. In unserer aufgeräumten Landschaft fehlen diese oft. Wenn Sie ein Igelhaus kaufen – etwa im Baumarkt bei Obi, Hornbach oder im Fachhandel – achten Sie darauf, dass es kein „Spielzeug“ ist. Es muss massiv und wetterfest sein.
Aus meiner Erfahrung als Fachexperte rate ich dringend zu unbehandeltem Holz, idealerweise Lärche oder Eiche, da diese von Natur aus witterungsbeständiger sind als günstige Kiefer. Das Holz sollte mindestens 18-20 mm dick sein, um auch im kühlen Frühjahr die Wärme zu halten. Wichtig ist eine verwinkelte Eingangsschleuse (das sogenannte „Labyrinth“), die Katzen und Füchse abhält.
Biologisch gesehen suchen Igel „Randstrukturen“. Ein Haus mitten auf dem Rasen wird ignoriert. Es muss dort stehen, wo der Igel sich sicher fühlt: unter Hecken, hinter dem Schuppen oder in einer ruhigen Ecke mit Totholz.
„Gerade im Mai beobachten wir oft, dass Igelweibchen unruhiger werden und aktiv nach Nistplätzen suchen. Ein jetzt aufgestelltes, gut gefülltes Igelhaus wird oft innerhalb weniger Tage als Wurfhöhle angenommen. Es ist die beste Soforthilfe, die Gartenbesitzer leisten können.“
– Dr. rer. nat. Michaela Feldmann, Wildtierbiologin
Anleitung: So gelingt das Igelhaus aufstellen im Mai
Gehen Sie beim Aufstellen strategisch vor. Ein falsch platziertes Haus bleibt leer. Folgen Sie diesem bewährten Rezept:
- Der Untergrund ist entscheidend: Igel hassen nasse Füße. Stellen Sie das Haus niemals direkt auf die Erde oder den Rasen. Heben Sie eine kleine Grube aus (ca. 5 cm tief) und füllen Sie diese mit Kies oder Sand. Darauf platzieren Sie zwei Gehwegplatten. Das sorgt für perfekte Drainage.
- Die Ausrichtung: Der Eingang sollte niemals zur Wetterseite (meist Westen) zeigen, damit es nicht hineinregnet. Eine Ausrichtung nach Südosten oder Osten ist ideal.
- Die Inneneinrichtung (Mai-Spezial): Da wir eine Wurfhöhle vorbereiten, müssen wir Nistmaterial anbieten. Füllen Sie das Haus locker mit absolut trockenem Herbstlaub (falls noch vorhanden) oder hochwertigem Haferstroh (gibt es im Zoofachhandel oder bei Raiffeisen). Wichtig: Stopfen Sie es nicht voll, der Igel baut sich seine Kuhle selbst.
- Die Tarnung: Das ist der wichtigste Schritt für die Akzeptanz. Das Haus darf nicht wie ein Fremdkörper wirken. Decken Sie es großzügig mit Ästen, Reisig, Laub und vielleicht etwas Moos ab. Es sollte aussehen wie ein natürlicher Haufen. Lassen Sie nur den Eingang frei.
Die richtige Füllung: Do’s and Don’ts
Beim Nistmaterial passieren die meisten Fehler. Was wir gut meinen, ist für den Igel oft schädlich.
| Das gehört ins Igelhaus (✅) | Das schadet dem Igel (❌) |
|---|---|
| Trockenes Haferstroh (hohl, isoliert gut) | Heu (schimmelt schnell bei Feuchtigkeit) |
| Trockenes Eichen- oder Buchenlaub | Sägespäne oder Katzenstreu (zu staubig) |
| Nichts (der Igel bringt Material selbst) | Stofffetzen, Wolle (Gefahr des Verhedderns) |
Häufige Fragen zum Igelhaus im Frühling
Darf ich Futter in das Igelhaus stellen, um sie anzulocken?
Auf keinen Fall! Futter im Haus lockt Ratten, Mäuse und Nachbarskatzen an. Das macht das Haus zu einem unsicheren Ort, den der Igel meiden wird. Füttern Sie (z.B. mit hochwertigem Katzenfutter von Marken wie Animonda) immer nur außerhalb und einige Meter entfernt.
Wie merke ich, ob ein Igel eingezogen ist?
Seien Sie geduldig und stören Sie keinesfalls! Heben Sie niemals das Dach an, besonders nicht im Mai/Juni – Sie könnten eine Mutter vertreiben, die ihre Jungen dann im Stich lässt. Mein Profi-Tipp: Legen Sie einen kleinen, leichten Grashalm oder ein dünnes Ästchen genau vor den Eingang. Wenn es am nächsten Morgen weggeschoben ist, haben Sie einen Bewohner.
Das Haus wird nicht angenommen – was tun?
Wenn das Haus nach vier Wochen noch leer ist, steht es vermutlich zu unruhig. Überprüfen Sie den Standort. Ist es zu nah an der Terrasse? Zieht es dort? Versetzen Sie das Haus vorsichtig an einen geschützteren Ort.
💚 Das war es schon! Mit diesem Wissen sind Sie bestens gerüstet, um den stachligen Gartenbewohnern noch in diesem Monat effektiv zu helfen.
✨ Ich drücke Ihnen die Daumen für baldigen Einzug und vielleicht sogar Igel-Nachwuchs in Ihrem Garten. Viel Erfolg bei der Umsetzung!
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