Unkraut in Fugen entfernen. So bleibt die Terrasse für immer sauber

Sobald die Sonne im Frühling den Boden wärmt, beginnt für Millionen Hausbesitzer die unbeliebteste Strafarbeit des Jahres. Zwischen den Pflastersteinen der Einfahrt und auf der Terrasse sprießen Löwenzahn, Gras und hartnäckiges Moos.

Stundenlang rutschen Hobbygärtner dann auf den Knien umher, kratzen mit kleinen Messern in den Rillen oder rücken dem Grünzeug mit lauten Gasbrennern zu Leibe.

Das Frustrierende daran: Nach dem nächsten Regen dauert es oft keine zwei Wochen, bis die Fugen wieder genauso grün und zugewuchert aussehen wie vorher. Als Experte für Außenanlagen kann ich Ihnen sagen: Das ständige Auskratzen ist reine Zeitverschwendung, solange Sie die Ursache nicht beheben! Ich zeige Ihnen an einem Praxisbeispiel, warum leere Fugen wie Magneten für Unkraut wirken und mit welchem simplen Sand-Trick aus dem Baumarkt Sie das Problem noch an diesem Wochenende für immer betonhart versiegeln.

„Ich habe gestern erst gekratzt und es wächst schon wieder!“

Letzten Mai rief mich Herr Klein völlig entnervt an. Er hatte am Wochenende seine gesamte Auffahrt (über 50 Quadratmeter Pflastersteine) mühsam mit einem Fugen-Kratzer gereinigt.

„Mir tun die Knie und der Rücken weh“, schimpfte er. „Und heute Morgen sehe ich schon wieder die ersten grünen Spitzen aus den Rillen kommen. Der Hochdruckreiniger hat den Dreck zwar weggesprüht, aber das Unkraut kommt sofort zurück. Soll ich jetzt doch Essig oder Salz streuen?“

„Auf gar keinen Fall!“, warnte ich ihn. Der Einsatz von Essig oder Salz auf gepflasterten Flächen ist in Deutschland gesetzlich verboten und wird mit extrem hohen Strafen geahndet, da es das Grundwasser vergiftet.

Ich erklärte Herrn Klein sein eigentliches Problem: Durch das Auskratzen und den Hochdruckreiniger hatte er die Fugen zwischen den Steinen komplett geleert. Eine leere Fuge ist das perfekte Bett für Flugsamen! Jeder Windstoß weht neue Unkrautsamen und Staub in diese tiefen, feuchten Rillen. Dort keimen sie ungestört in Rekordzeit.

Der Sand-Trick: Die Fuge dauerhaft versiegeln

Wenn Sie nie wieder Unkraut kratzen wollen, müssen Sie dem Unkraut den Lebensraum nehmen. Die Fugen müssen randvoll gefüllt und versiegelt werden – aber so, dass das Regenwasser noch abfließen kann.

Die Profi-Lösung nennt sich Polymer-Fugensand (oder flexibler Pflasterfugenmörtel).

Vergessen Sie normalen Quarzsand vom Spielplatz, der wird beim nächsten Regen sofort wieder weggespült. Polymer-Sand enthält ein spezielles Bindemittel. Wenn dieser Sand nass wird, härtet er aus wie flexibler Beton! Unkraut hat keine Chance mehr, von oben in die Rille zu dringen, und Ameisen können den Sand nicht mehr herausbauen.

So versiegeln Sie Ihre Terrasse in 3 Schritten:

Nachdem Herr Klein die Fugen ein letztes Mal komplett gesäubert hatte, wendeten wir diese Methode an:

Arbeitsschritt Durchführung auf dem Pflaster Die physikalische Wirkung
1. Das Einfegen Schütten Sie den trockenen (!) Polymer-Sand an einem warmen, absolut trockenen Tag auf die Pflastersteine. Fegen Sie den Sand mit einem harten Besen kreuz und quer tief in die Fugen ein, bis sie randvoll sind. Der feine Sand rutscht bis tief nach unten und füllt jeden Hohlraum aus, in dem sich sonst Wurzeln bilden würden.
2. Das Abrütteln Klopfen Sie mit einem Gummihammer leicht auf die Steine (oder nutzen Sie bei großen Flächen eine Rüttelplatte). Der Sand verdichtet sich. Sie müssen danach oft noch etwas Sand nachfegen, bis die Fuge wirklich bis oben gefüllt ist.
3. Die Aktivierung (Wasser) Kehren Sie überschüssigen Sand penibel von den Steinen ab! Nehmen Sie nun den Gartenschlauch und sprühen Sie die Fläche mit einem sehr feinen Sprühnebel sanft nass (nicht wegspülen!). Das Wunder geschieht: Das Wasser aktiviert das Bindemittel im Sand. Der Sand härtet innerhalb von 24 Stunden zu einer gummiartigen, festen Masse aus, die Wasser durchlässt, aber Samen blockiert.

Als ich Herr Klein im Hochsommer besuchte, war seine Einfahrt makellos grau und sauber. Kein Löwenzahn, kein Gras, kein Moos. Er hatte den Fugen-Kratzer endgültig in den Mülleimer geworfen.

Knien Sie an den Frühlingswochenenden auch stundenlang auf der harten Terrasse, um mühsam Unkraut aus den Rillen zu kratzen? Wundern Sie sich auch, warum der Hochdruckreiniger das Problem meistens nur für wenige Tage löst? Machen Sie Schluss mit der Sisyphusarbeit und nehmen Sie den Samen den Platz zum Wachsen! Besorgen Sie sich wasserdurchlässigen Fugensand aus dem Baumarkt und versiegeln Sie Ihre Steine. Speichern Sie sich diese Anleitung ab und teilen Sie den ultimativen Anti-Unkraut-Trick bei WhatsApp oder in Facebook-Heimwerkergruppen mit Ihren Nachbarn, die ebenfalls keine Lust mehr auf Fugenkratzen haben.

Hallo, ich bin Maria! Als Autorin von „Mein Stadtgarten“ und Kopf hinter dem Erfolgsprojekt „GartenFräulein“ lebe ich für nachhaltiges Gärtnern. Mein Praxis-Wissen aus über 10 Jahren und unzähligen Pflanz-Projekten gebe ich hier auf malerharders.de an dich weiter. Egal ob kleiner Balkon oder Stadtgarten – zusammen machen wir es grün! „Trauen Sie sich einfach! Der größte Fehler beim Gärtnern ist es, aus Angst vor dem Scheitern gar nicht erst anzufangen. Jede Pflanze, die Sie selbst ziehen, ist ein kleiner Sieg für die Natur – und für Sie selbst.“ – Maria Hans

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