Ameisennest unter der Terrasse entfernen. Warum heißes Wasser den Steinen schadet und was Profis raten

Sobald die Frühlingssonne die ersten Tage vom Himmel lacht, beginnt auf vielen deutschen Terrassen ein unermüdliches Krabbeln. Zwischen den Fugen der teuren Steinplatten tauchen plötzlich winzige Sandhäufchen auf, und lange schwarze Ameisenstraßen ziehen sich bis zur Terrassentür.

Viele Hausbesitzer reagieren genervt und greifen reflexartig zu drastischen Mitteln. Es werden Wasserkocher in den Garten getragen, um kochendes Wasser in die Fugen zu schütten, oder es wird massenhaft Salz gestreut.

Als Experte für Gartengestaltung muss ich Sie dringend warnen: Diese Hausmittel schaden nicht nur der Umwelt, sie sind oft sogar illegal und lösen das Problem niemals dauerhaft.

Ich zeige Ihnen an einem Praxisbeispiel, warum die Ameisen Ihre Terrasse lieben und wie Sie das Nest mit einem simplen Blumentopf oder unsichtbaren biologischen Helfern für immer von Ihren Steinplatten vertreiben, ohne einen Tropfen Chemie zu versprühen.

„Meine Terrassenplatten fangen an zu wackeln!“

Im vergangenen Frühsommer rief mich Herr Schneider an. Seine Terrasse aus edlen Natursteinplatten hatte sich an einer Ecke um mehrere Zentimeter abgesenkt. Als ich die betroffene Platte anhob, sahen wir die Ursache. Der gesamte Fugensand und das feine Split-Bett unter dem Stein waren komplett unterhöhlt. Ein gigantisches Ameisennest kam zum Vorschein.

„Ich habe da schon drei Liter kochendes Wasser reingeschüttet und Backpulver gestreut“, erklärte mir Herr Schneider verzweifelt. „Die Ameisen waren einen Tag weg und dann haben sie einfach 20 Zentimeter weiter neu angefangen zu graben.“

Das ist das Problem bei Hausmitteln auf der Terrasse. Ein Ameisennest unter Steinplatten reicht oft bis zu einem halben Meter tief in die Erde. Heißes Wasser kühlt auf dem Weg nach unten durch den kalten Boden sofort ab. Sie töten vielleicht ein paar Arbeiterinnen an der Oberfläche, aber die Königin, die tief unten sitzt, bleibt völlig unbeschadet und produziert sofort tausende neue Eier. (Zudem ist das Streuen von Salz auf befestigten Flächen in Deutschland nach dem Pflanzenschutzgesetz streng verboten, da es das Grundwasser versalzt!).

Die Wärmefalle: Warum die Steine ein Magnet sind

Um die Tiere loszuwerden, müssen wir verstehen, warum sie dort nisten. Ameisen sind auf externe Wärmequellen angewiesen, um ihre Puppen (Eier) schnell großzuziehen.

Die grauen Beton- oder Natursteinplatten Ihrer Terrasse heizen sich tagsüber in der Sonne stark auf und speichern diese Wärme bis tief in die Nacht. Das trockene Sandbett unter den Platten ist der perfekte, mollig warme Brutkasten.

Der Umzugs-Trick: Die Königin freiwillig aussperren

Wir ließen das Wasser weg und griffen zu einer Methode, die sich genau diese Vorliebe der Ameisen für Wärme und Trockenheit zunutze macht. Wir zwangen die Königin zum Umzug.

Arbeitsschritt Durchführung Biologischer Zweck für das Ameisennest
1. Der neue Brutkasten Nehmen Sie einen Ton-Blumentopf (Terrakotta) und füllen Sie ihn fest mit trockener Holzwolle oder zerknülltem Zeitungspapier. Holz und Terrakotta speichern Wärme extrem gut und simulieren ein noch besseres Nest.
2. Die Platzierung Stülpen Sie den Topf mit der Öffnung nach unten genau auf die Fuge, aus der der meiste Sand herausgetragen wird. Der Topf sitzt nun wie eine dunkle Höhle direkt über dem alten Eingang.
3. Die Vertreibung Wässern Sie die Fugen der Terrasse rund um den Topf in den nächsten Tagen extrem ausgiebig mit dem Gartenschlauch. Der alte Bau unter den Steinen wird nass und ungemütlich. Die Ameisen suchen einen trockenen Ausweg nach oben.
4. Der Abtransport Die Ameisen werden ihre Puppen und die Königin in das trockene Innere des Blumentopfs tragen. Schieben Sie nach ca. 3 bis 4 Tagen einen Spaten unter den Topf und tragen Sie ihn weit in ein Gebüsch. Das Nest ist komplett, schonend und dauerhaft umgesiedelt.

Die unsichtbaren Helfer: Nematoden als Letzte Rettung

Wenn das Nest extrem tief unter der Terrasse sitzt oder Sie eine extrem große Fläche befallen haben, hilft der Blumentopf oft nicht mehr.

Hier riet ich Herrn Schneider zum absoluten Profi-Geheimnis der biologischen Schädlingsbekämpfung: SF-Nematoden (Fadenwürmer).
Diese mikroskopisch kleinen Würmer können Sie im Internet bestellen (sie kommen in einem kleinen Päckchen, das wie feiner Ton aussieht). Sie rühren das Pulver in eine Gießkanne mit Wasser ein und gießen es über die befallenen Terrassenfugen.

Die Nematoden dringen tief ins Erdreich ein. Ameisen hassen diese Nematoden instinktiv, da die Würmer ihre Brut befallen würden. Sobald die Fadenwürmer im Boden sind, flüchtet die gesamte Ameisenkolonie panisch und räumt das Feld. Für Menschen, Haustiere oder Pflanzen sind Nematoden völlig harmlos.

Nach der Behandlung kehrte Herr Schneider neuen Fugensand ein. Die Platten blieben fest und die Krabbeltiere blieben fern.

Ärgern Sie sich auf Ihrer Terrasse auch über kleine Sandhäufchen zwischen den Fugen und haben Sorge, dass die Steine absacken? Greifen Sie bisher auch oft zum Wasserkocher und wundern sich, dass die Ameisen immer wiederkommen? Verzichten Sie auf verbotene Hausmittel wie Salz! Speichern Sie sich diese Anleitung zum sanften Umzug ab. Teilen Sie dieses Expertenwissen bei WhatsApp oder in Facebook-Foren mit Freunden und Nachbarn, die ihre Terrasse ebenfalls ohne Chemie retten wollen.

Hallo, ich bin Maria! Als Autorin von „Mein Stadtgarten“ und Kopf hinter dem Erfolgsprojekt „GartenFräulein“ lebe ich für nachhaltiges Gärtnern. Mein Praxis-Wissen aus über 10 Jahren und unzähligen Pflanz-Projekten gebe ich hier auf malerharders.de an dich weiter. Egal ob kleiner Balkon oder Stadtgarten – zusammen machen wir es grün! „Trauen Sie sich einfach! Der größte Fehler beim Gärtnern ist es, aus Angst vor dem Scheitern gar nicht erst anzufangen. Jede Pflanze, die Sie selbst ziehen, ist ein kleiner Sieg für die Natur – und für Sie selbst.“ – Maria Hans

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