Das Tomatenbeet ist der unangefochtene Stolz jedes Hobbygärtners. Doch oft verwandelt sich die Vorfreude im Hochsommer in puren Frust. Plötzlich umschwirren weiße Fliegen die Blätter, die berüchtigte Kraut- und Braunfäule färbt die Pflanze über Nacht schwarz, oder winzige Nematoden in der Erde zerstören die Wurzeln.
Aus Panik wird dann im Gartencenter tief in die Tasche gegriffen und giftiges Insektenspray oder chemischer Dünger versprüht. Als Experte für ökologischen Gemüseanbau kann ich Ihnen sagen: Wer Tomaten völlig isoliert in nackte Erde pflanzt, serviert sie den Schädlingen auf dem Silbertablett!
In der Natur wächst keine Pflanze allein. Ich zeige Ihnen heute das Prinzip der Mischkultur. Pflanzen können miteinander kommunizieren und sich gegenseitig beschützen.
Wenn Sie diese drei pflanzlichen „Bodyguards“ direkt neben Ihre Tomaten setzen, erschaffen Sie ein unsichtbares, biologisches Schutzschild. Schädlinge werden durch extreme Duftstoffe vertrieben, und Ihre Tomaten ernten Sie dieses Jahr völlig giftfrei und in Rekordmengen.
„Meine Tomaten im Gewächshaus sind voller weißer Fliegen!“
Vergangenen Juni rief mich Herr Becker an. Er hatte ein teures, neues Gewächshaus gebaut und zehn prächtige Tomatenpflanzen hineingesetzt. Die Erde dazwischen hatte er penibel von jedem Unkraut befreit.
„Es ist ein Albtraum“, klagte er mir am Telefon. „Sobald ich die Tomaten berühre, fliegt eine riesige Wolke aus winzigen, weißen Fliegen auf. Die saugen die Blätter aus und alles ist klebrig. Soll ich Insektengift spritzen?“
Ich hielt ihn davon ab. Das Gift hätte auch die wichtigen Hummeln im Gewächshaus getötet, die Herr Becker dringend für die Bestäubung seiner Tomatenblüten brauchte. Sein Fehler war die „Monokultur“. Eine riesige Fläche mit nur einer einzigen Pflanzenart ist für Schädlinge wie ein leuchtendes Neonschild.
Um das Problem zu lösen, brachten wir Verwirrung in die Nase der Insekten. Wir pflanzten die ultimativen Beschützer.
Das biologische Bodyguard-System: Die Top 3 Begleiter
Tomaten hassen die Einsamkeit. Setzen Sie beim nächsten Einpflanzen zwingend diese drei Begleiter in unmittelbare Nähe (oder sogar direkt an den Fuß) Ihrer Tomatenpflanzen:
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1. Das Basilikum (Der Mehltau-Killer)
Tomate und Basilikum passen nicht nur auf dem Teller perfekt zusammen, sondern auch im Beet!
Die Superkraft: Basilikum verströmt ätherische Öle, die weiße Fliegen und Spinnmilben massiv irritieren. Die Schädlinge riechen die Tomate schlichtweg nicht mehr. Der absolute Profi-Tipp: Basilikum sondert über seine Wurzeln Stoffe in die Erde ab, die den Ausbruch von Mehltau (Pilzkrankheiten) an der Tomate hemmen. Das Basilikum saugt zudem überschüssiges Wasser auf der Erdoberfläche auf, was die Tomaten vor Nässe schützt! -
2. Die Studentenblume / Tagetes (Der Wurzel-Reiniger)
Diese gelb-orange blühende Blume wird oft als altmodische Friedhofspflanze belächelt. Das ist ein fataler Irrtum!
Die Superkraft: Wenn Tomaten kränkeln und nicht wachsen, sind oft Nematoden (mikroskopisch kleine Fadenwürmer) im Boden schuld, die die Wurzeln zerfressen. Die Tagetes sondert ein tödliches Gift (Alpha-Terthienyl) über ihre Wurzeln ab. Dieses Gift lockt Nematoden an und tötet sie bei Kontakt sofort. Die Tagetes „desinfiziert“ Ihren Boden zu 100 Prozent biologisch! -
3. Der Knoblauch / Schnittlauch (Der Pilz-Schreck)
Die meisten Zwiebelgewächse sind perfekte Partner für die Tomate.
Die Superkraft: Der starke Schwefelgeruch des Knoblauchs hält Wühlmäuse fern. Viel wichtiger ist jedoch seine antibakterielle Wirkung. Stecken Sie im Frühling einfach ein paar rohe Knoblauchzehen zwischen die Tomaten in die Erde. Die ausströmenden Gase reduzieren den Befall durch die tödliche Kraut- und Braunfäule (Phytophthora) an den Tomatenblättern messbar.
Herr Becker pflanzte sofort ein Dutzend Basilikum-Pflanzen und einige leuchtend gelbe Tagetes direkt zwischen die Stämme seiner Tomaten im Gewächshaus. Der intensive Geruch des Basilikums vertrieb die weißen Fliegen innerhalb weniger Tage. Herr Becker brauchte keinen Tropfen Gift und konnte im Spätsommer nicht nur makellose Tomaten, sondern auch frisches Pesto ernten.
Sperren Sie Ihre Tomatenpflanzen auch völlig isoliert in kahle Beete und wundern sich, wenn Schädlinge die ungeschützten Pflanzen sofort attackieren? Haben Sie bisher auch reflexartig zur Giftspritze gegriffen, wenn kleine Fliegen aufgestiegen sind? Brechen Sie mit der fehlerhaften Monokultur! Pflanzen Sie intelligente Gemeinschaften. Speichern Sie sich dieses biologische Bodyguard-System ab und teilen Sie den genialen Mischkultur-Trick bei WhatsApp oder in Facebook-Foren mit Freunden, die sich in diesem Jahr ebenfalls eine gigantische, giftfreie Tomatenernte wünschen.
