Vögel picken im Rasen. Warum Sie die Tiere niemals vertreiben dürfen und welches Monster sie aus dem Boden ziehen

Es ist ein Schauspiel, das viele Hausbesitzer im Frühling und im späten Sommer in den Wahnsinn treibt. Man hat den Rasen frisch gemäht, vielleicht sogar teuer gedüngt, und plötzlich fällt eine Armee aus der Luft ein.

Amseln, Stare, Krähen oder Spechte hüpfen in Scharen über das Grün. Sie hacken wie wild mit ihren Schnäbeln tief in die Erde und reißen dabei regelrecht kleine Grasbüschel und Erdbrocken heraus.

Der mühsam gepflegte Rasen sieht an vielen Stellen aus, als hätte man ihn mit einer Gabel durchlöchert. Die reflexartige Reaktion der meisten Gartenbesitzer: Sie rennen klatschend nach draußen, spannen Netze oder stellen Flatterbänder auf, um die „zerstörerischen“ Vögel endlich zu vertreiben.

Als Gärtnermeister muss ich Sie eindringlich warnen: Wer die Vögel jetzt von seinem Grundstück jagt, unterschreibt das endgültige Todesurteil für seinen Rasen! Ich zeige Ihnen an einem Kundenbeispiel, dass die Vögel keine Gras-Diebe sind, sondern die beste und kostenloseste Schädlingsbekämpfung der Natur. Unter der Erde lauert eine Gefahr, die Ihr Grün ohne die gefiederten Helfer komplett vernichten würde.

„Die Krähen ruinieren meinen schönen englischen Rasen!“

Im letzten September wurde ich von Herrn Vogt angerufen. Er ist extrem stolz auf seinen perfekten, dichten Rasen.

„Seit drei Tagen landen hier jeden Morgen fünf große Krähen und ein Dutzend Amseln“, schimpfte er am Telefon. „Sie picken wie verrückt Löcher in den Boden. Fressen die meine Graswurzeln? Ich habe schon meinen Hund rausgeschickt, um sie zu verjagen, aber sie kommen immer wieder. Was kann ich tun?“

Ich fuhr zu Herrn Vogt, kniete mich auf den Rasen an eine Stelle, an der die Vögel besonders aktiv waren, und zog leicht an den Grashalmen. Zu Herrn Vogts Entsetzen löste sich die Rasennarbe sofort ab. Man konnte das Gras wie einen alten Teppich einfach hochklappen. Darunter wimmelte es im feuchten Boden.

„Herr Vogt“, erklärte ich ihm. „Die Vögel zerstören Ihren Rasen nicht. Die Vögel versuchen gerade verzweifelt, Ihren Rasen zu retten!“

Die unsichtbare Armee: Engerlinge und Schnakenlarven

Was Herr Vogt sah, war der Albtraum jedes Greenkeepers. Direkt unter der Grasnarbe saßen dutzende dicke, weiße, C-förmige Larven (Engerlinge vom Gartenlaubkäfer oder Junikäfer) sowie die grauen Larven der Wiesenschnake (Tipula).

Diese Insekten legen ihre Eier massenhaft in feuchte Wiesen. Die schlüpfenden Larven ernähren sich den gesamten Herbst und das Frühjahr über von nur einer einzigen Sache: Den feinen Wurzeln der Gräser! Sie fressen sich wie kleine Rasenmäher von unten durch den Boden. Das Gras stirbt ab, wird braun und lässt sich mühelos abziehen, weil es keine Wurzeln mehr hat, die es in der Erde halten.

Die biologische Polizei bei der Arbeit

Amseln, Stare, Spechte und Krähen haben ein unglaublich feines Gehör. Sie können das Fressen und Kriechen der dicken Larven unter der Erde tatsächlich hören.

Wenn diese Vögel auf Ihrem Rasen herumpicken, sind sie nicht an den Grashalmen oder den Samen interessiert. Sie stechen ihre Schnäbel gezielt wie kleine Pinzetten in den Boden, um die fetten, eiweißreichen Engerlinge herauszuziehen.

Wenn Sie dieses Treiben beobachten, sollten Sie sich an diese eiserne Gärtner-Regel halten:

Was Sie sehen Die Wahrheit unter der Erde Ihre richtige Reaktion
Vögel hüpfen und „lauschen“ (Kopf schief gelegt). Sie orten gerade fressende Engerlinge unter den Wurzeln. Freuen Sie sich! Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie die Vögel ihre Arbeit machen.
Herausgerissene Grasbüschel Der Vogel hat die Larve gepackt und herausgezogen. Das Gras war an dieser Stelle ohnehin schon abgestorben, da die Wurzeln bereits abgefressen waren! Nehmen Sie die kleinen Löcher in Kauf! Ein paar offene Erdstellen wachsen nach. Wenn der Engerling im Boden geblieben wäre, hätte er einen halben Quadratmeter Rasen vernichtet.
Massiver Vogelschwarm (Plötzlicher Einfall) Es gibt extrem viele Larven im Boden. Ein akuter Befall droht. Greifen Sie ein (ohne Chemie)! Die Vögel schaffen es allein nicht mehr. Bestellen Sie im Internet „SF-Nematoden“ (mikroskopische Fadenwürmer) und gießen Sie diese über den Rasen. Sie töten die Larven im Boden auf 100% biologische Weise ab.

Herr Vogt sperrte seinen Hund für die nächsten Tage ins Haus und ließ die Vögel gewähren. Sie dezimierten die Larven-Armee in Rekordzeit. Im Frühjahr schlossen sich die kleinen Pick-Löcher durch den normalen Wuchs des Grases wie von Zauberhand.

Beobachten Sie auf Ihrem Rasen auch oft Amseln oder Krähen, die mit dem Schnabel tief in der Erde wühlen und ärgern sich über die kleinen Löcher? Haben Sie bisher auch reflexartig in die Hände geklatscht, um die vermeintlichen Zerstörer zu vertreiben? Machen Sie Schluss mit diesem fatalen Irrtum! Erkennen Sie die Vögel als Ihre nützlichsten Helfer im Kampf gegen die unsichtbaren Rasenfresser an. Speichern Sie sich diese Fakten ab und teilen Sie den Ratgeber bei WhatsApp oder in Facebook-Foren mit Ihren Nachbarn, damit auch diese ihre fliegende „Bodenpolizei“ in Ruhe arbeiten lassen.

Hallo, ich bin Maria! Als Autorin von „Mein Stadtgarten“ und Kopf hinter dem Erfolgsprojekt „GartenFräulein“ lebe ich für nachhaltiges Gärtnern. Mein Praxis-Wissen aus über 10 Jahren und unzähligen Pflanz-Projekten gebe ich hier auf malerharders.de an dich weiter. Egal ob kleiner Balkon oder Stadtgarten – zusammen machen wir es grün! „Trauen Sie sich einfach! Der größte Fehler beim Gärtnern ist es, aus Angst vor dem Scheitern gar nicht erst anzufangen. Jede Pflanze, die Sie selbst ziehen, ist ein kleiner Sieg für die Natur – und für Sie selbst.“ – Maria Hans

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